Wer hat Angst vorm Zauberkästchen
this am 21. April 2009Mir graut vor der Vorstellung, dass es irgendwann ein Gerät gibt, mit dem man alles kann: telefonieren, browsen, private wie berufliche Termine vereinbaren, einkaufen, bezahlen, fernsehen, Filme schauen, Musik hören, Zeitung lesen, Musik einkaufen, zeichnen, malen, Hausaufgaben erledigen, Texte schreiben, Präsentationen erstellen und abspulen und und und.
«Wieso, das wäre doch unheimlich praktisch?», mag man sich fragen.
Klar, nur das ist gerade das Problem.
Man würde von dem Kästchen nicht mehr los kommen. Es käme häufiger zu Erscheinungen wie Phantonklingeln und bei Verlust oder Defekt würde man sich beinahe hilflos fühlen. Man kennt die allgemeine Hilf- und Ratlosigkeit, wenn Computer, Netzwerk oder Internet-Verbindung der ganzen Abteilung einmal nicht funktionieren. Ein eindrückliches Beispiel zeigte eine Dokumentarsendung des Schweizer Fernsehens. Ein Mann meinte ob seinem defekten Computer: «Man fühlt sich nur noch als halber Mensch.»
Vor allem aber hätte man aber immer weniger Zeit. Die Pausen, die gemeinhin beim Wechseln von einem auf das nächste Medium eingelegt werden, fielen dahin. Das Ablenkungspotenzial stiege, da ja alles auf diesem einen Gerät verfügbar ist.
Auf den Punkt gebracht: Je abhängiger wir uns von einzelnen Medien machen, desto abhängier sind wir davon – eigentlich logisch. Der Regisseur Federico Fellina hat einmal gesagt:
Wir sollten fähig sein, das Fernsehen aufzugeben oder es auf zwei Kanäle zu begrenzen.
Auf die heutige Zeit übertragen könnte man sagen: Wir sollten fähig sein, die Mobiltelefonie aufzugeben oder aufs Telefonieren und SMS schreiben zu begrenzen.
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