Aufklärung 2.0
this am 13. Mai 2009Presse und Bücher haben als Massenmedien dank der zunehmenden Alphabetisierung in Europa die Aufklärung voran getrieben und mitgeholfen, das Feudalsystem zu kippen. Es handelt sich hier also um eine Demokratisierung, die vom Zweigespann Alphabetisierung und Presse voran getrieben wurde.
Im Sinne der Radiotheorie von Brecht kämpften Protagonisten wie Hans Magnus Enzensberger für eine Demokratisierung der Massenmedien – zunächst unter sozialistisch geprägten Vorzeichen. Stichworte: «offene Kanäle» und «Bürgerrundfunk». Presse und Bücher haben als Massenmedien dank der zunehmenden Alphabetisierung in Europa das Zeitalter der Aufklärung voran getrieben und mitgeholfen, das Feudalsystem zu kippen. Es handelt sich hier also um eine Demokratisierung, die vom Zweigespann Alphabetisierung und Presse voran getrieben wurde. Im Sinne der Radiotheorie von Brecht kämpften Protagonisten für den Sozialismus und gegen den Kapitalismus, Stichworte: Produktionsstrukturen, offene Kanäle und Bürgerfunk. Brecht selbst nutzte den Volksempfänger auch im Kampf gegen den Nationalsozialismus und sendete aus der damaligen Sowjetunion mittels Piratensendern in Form vertonter Gedichte versteckte Botschaften gegen den Nationalsozialismus z.B. «Schlechte Zeit für Lyrik».
Nun sollte die multimediale Alphabetisierung voran getrieben werden, damit die Wissensgesellschaft aus den Fussstapfen der Informations- und Konsumgesellschaft zu treten vermag, die Bevölkerung zu einem aufgeklärten Umgang mit den Massenmedien findet und die Individuen sich in der Folge vom Empfänger zum Nutzer wandeln. Das heisst nicht, dass man gänzlich auf Unterhaltung verzichtet. Sie erfüllt durchaus eine wichtige Funktion. Dank der multimedialen Alphabetisierung können wir lernen, die medialen Inhalte sinnvoller zu verarbeiten. Wir lernen uns massvoller, gezielter in unserer medialen Umwelt zu bewegen.
Mit multimedialer Alphabetisierung ist nicht alleine das technische Verstehen und Beherrschen gemeint (lesen, schreiben). Vielmehr sollte man lernen, mit den Inhalten umzugehen. Hier sind analytische und Sinn gebende Kompetenzen angesprochen (verstehen, vergleichen, einordnen, verknüpfen, verbessern, erweitern, strukturieren, erzählen, veröffentlichen). Denn viel wichtiger als die Frage, wie die Medien funktionieren ist doch die Frage, wie die Menschen die Medien nutzen und wofür sie sie einsetzen.
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