Aufklärung 2.0

Presse und Bücher haben als Massenmedien dank der zunehmenden Alphabetisierung in Europa die Aufklärung voran getrieben und mitgeholfen, das Feudalsystem zu kippen. Es handelt sich hier also um eine Demokratisierung, die vom Zweigespann Alphabetisierung und Presse voran getrieben wurde.

Im Sinne der Radiotheorie von Brecht kämpften Protagonisten für den Sozialismus und gegen den Kapitalismus, Stichworte: Produktionsstrukturen, offene Kanäle und Bürgerfunk. Brecht selbst nutzte den Volksempfänger auch im Kampf gegen den Nationalsozialismus und sendete aus der damaligen Sowjetunion mittels Piratensendern in Form vertonter Gedichte versteckte Botschaften gegen den Nationalsozialismus z.B. «Schlechte Zeit für Lyrik».

Nun sollte die multimediale Alphabetisierung voran getrieben werden, damit die Bevölkerung zu einem aufgeklärten aktiven Umgang mit den Massenmedien findet (Rollenwechsel vom Empfänger zum Nutzer). Das heisst nicht, dass nun gänzlich auf Unterhaltung verzichtet werden soll. Sie erfüllt durchaus eine wichtige Funktion. Dank der multimedialen Alphabetisierung können wir lernen, die medialen Inhalte sinnvoller zu verarbeiten. Wir lernen uns aktiver und gezielter in unserer medialen Umwelt zu bewegen.

Mit multimedialer Alphabetisierung ist nicht alleine das technische Verstehen und Beherrschen gemeint (lesen, schreiben). Vielmehr sollte man lernen, mit den Inhalten umzugehen. Hier sind analytische und Sinn gebende Kompetenzen angesprochen (verstehen, vergleichen, einordnen, verknüpfen, verbessern, erweitern, strukturieren, erzählen, veröffentlichen). Denn viel wichtiger als die Frage, wie die Medien funktionieren ist doch die Frage, wie die Menschen die Medien nutzen und wofür sie sie einsetzen.

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